Der Umbau

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Die Südtiroler Kinderdorf Genossenschaft ist Eigentümerin des geschlossenen Hofes "Thalhofer", der im Jahr 1995 von der DIUK (Diözesanisttut für den Unterhalt des Klerus) gekauft wurde. Dieser Hof mit Kulturgründen von ca. 9 Hektar grenzt unmittelbar am eigentlichen Kinderdorf-Gelände an und ist seit ca. 20 Jahren unbewirtschaftet und dementsprechend verwahrlost. Wir sind vor der Entscheidung gestanden entweder die Struktur einer betrieblichen Nutzung zuzuführen, oder den Thalhofer zu verkaufen. Der Verwaltungsrat hat sich für eine betriebliche Nutzung entschieden - in erster Linie den landwirtschaftlichen Betrieb zu reaktivieren und hat Herbert Dorfmann mit der Durchführung der Studie "Ideen für einen lebendigen Bauernhof" beauftragt. Nach und nach hat sich dann aber die Überzeugung durchgesetzt, dass der Thalhofer in erster Linie ein pädagogisches (und nicht landwirtschaftliches) Projekt sein muss um eine optimale Einbindung in das Gesamtunternehmen zu gewährleisten. In diese Richtung wurde dann weitergedacht und weitergeplant, so dass man zu folgenden Nutzungsmöglichkeiten gelangt ist:

Reaktivierung des landwirtschaftlichen Betriebes um
die landwirtschaftlichen Grundstücke vor Verwilderung und das Haus vor dem Verfall zu retten (Anbau von Wein, Steinobst, Kernobst, Beeren, Kräuter usw.) den landwirtschaftlichen Betrieb für bestimmte Zielsetzungen des Kinderdorfes zu nutzen, und zwar ohne bestmöglichen Profit, sondern um die landwirtschaftliche Tätigkeit in das Arbeitsfeld des Kinderdorfes zu integrieren (sprich Kinder und Jugendliche können mitarbeiten und „Experten“ werden)

angebaute Produkte neben dem Eigengebrauch eventuell zu vermarkten (z.B. über ein eigenes „Hofladele“ oder Bauernmarkt usw.

die Freiwilligenarbeit zu forcieren und vor allem die Brixner Bevölkerung einzuladen mitzumachen

Für den landwirtschaftlichen Betrieb bzw. Unterbringung von Tieren und Verarbeitungsräumen ist ein Wirtschaftsgebäude oberhalb des Thalhofers geplant.

Tiergestützte Pädagogik
Wir sind der Überzeugung, dass die Arbeit mit Tieren für die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen besonders wertvoll und hilfreich sein kann. Wir denken dabei an Esel, Schweine, Hühner, Kaninchen, Schafe – also Kleintiere.

Schulprojekt
Als sozialpädagogische Einrichtung haben wir die Erfahrung gemacht, dass Kinder und Jugendliche, die zu uns kommen, große Schwierigkeiten mit der Institution Schule haben, angefangen bei Lernschwierigkeiten bis hin zur Schulverweigerung. In gleichem Maße erleben wir, dass gerade solche Jugendliche das System Schule sehr oft überfordern und Mitschüler wie Lehrer an ihre Grenzen bringen können. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit Mitarbeiter/innen der Schulen in Brixen und des Sozialdienstes Saltern-Schlern ein Konzept für eine den Unterricht unterstützende Außenstelle einer Schule im Südtiroler Kinderdorf ausgearbeitet, deren Anwendung zur Zeit überprüft wird. Im Thalhofer sind Räumlichkeiten für dieses Projekt geplant.

Seminarräume
Aus Gesprächen mit Vertretern der Provinz Bozen bzw. Sozialdienste ist die Idee entstanden für solche Institutionen, neben dem eigenen Bedarf, einige Räumlichkeiten für Seminare, Weiterbildungsveranstaltungen, Klausuren zu planen. Wir möchten des Weiteren den Kontakt mit der Wirtschaft suchen und auch diese für die Nutzung gewinnen.

Werkstätten für Betreute
Wir merken, dass viele Kinder und Jugendliche handwerkliche Tätigkeiten ausüben möchten. Zu diesem Zweck sind einige Werkstätten im Thalhofer geplant.

Unterbringung der Sozialgenossenchaft EFEU
Bei der Sozialgenossenschaft Efeu handelt es sich um eine Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Wahrnehmungsstörungen und autistischen Zügen. Zur Zeit ist diese Tagesstätte in der Seeburg in Brixen (Bezirksgemeinschaft Eisacktal) untergebracht. Ihre Räumlichkeiten sind begrenzt und es ist im Thalhofer geplant 200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung zu stellen. Für die laufenden Spesen sowie eine „Miete“ in Höhe des Landesmietzinses soll die Tagesstätte aufkommen.

Wohnung für den „Betriebsleiter“
Für die Führung des Thalhofers bzw. des Wirtschaftsgebäudes ist ein Betriebsleiter nötig, der vor Ort wohnen soll. Deshalb ist eine Dienstwohnung geplant.
Es sind also vielfältige Tätigkeiten geplant – teilweise allerdings mit Unsicherheit behaftet. Der Präsident des Aufsichtsrates Dr. Markus Kuntner hat deshalb die Erstellung eines betriebswirtschaftlichen Konzeptes angeraten um so weit wie möglich die Einnahmen und Ausgaben zu quantifizieren.

Dies ist in Kurzform das inhaltliche Konzept das der Sanierung des Thalhofers zugrunde liegt.

Film Umbau Thalhofer